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Samstag, 14. November 2015

Gedanken zum 33. Sonntag im Jahreskreis, 15. November

Die Lesungen der letzten Sonntage des Kirchenjahres beschäftigen sich einerseits mit der Problematik der Vergänglichkeit, andererseits mit Ereignissen, die noch ausstehen: mit der Wiederkunft des Herrn und dem Jüngsten Gericht. Heute möchte ich Sie einladen, angesichts der gestrigen Tragödie in Paris, sich mit einem Aspekt zu befassen, der nur indirekt in den Lesungen vorkommt. Es geht um das Vertrauen auf Gott angesichts aller Vergänglichkeit, allen Unfriedens, aller Zerstörung, die wir sowohl aus den Medien als auch in unserem eigenen Leben erfahren.
Denken wir dabei an die Liturgie des Aschermittwochs, die uns deutlich sagt: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist.“ Das heißt, vergiss nicht, dass du Mensch bist, dessen Jahre, Monate, Tage und Stunden gezählt sind, dass du einmal nicht mehr hier sein wirst. Der Psalmist drückt diese Unerbittlichkeit des Todes in einer dichterischen Form aus: „Des Menschen Tage sind wie Gras, er blüht wie die Blume des Feldes. Fährt der Wind darüber, ist sie dahin; der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr.“ (Ps 103, 15–16)

Unsere Hoffnung als Christen beschränkt sich aber nicht auf ein irdisches, unendliches Paradies. Im Evangelium hören wir die Worte Jesu: „In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.“ (Mk 13, 24-25) Entscheidend ist jeden Tag „standhaft zu bleiben“, also unseren Glauben nicht zu verlieren, sondern auf Gottes Beistand zu setzen. Denn im Evangelium lesen wir: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.“ (Lk 21, 19) Der unerschütterliche Glaube an Gott und seine Zuverlässigkeit und Liebe ist der Garant für das ewige Leben. Alle Zerstörung und Endlichkeit wird aufgehoben im Jüngsten Gericht. Dort zahlen sich unser Vertrauen und unsere Standhaftigkeit im Glauben aus. Wir werden bei Gott leben.

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