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Sonntag, 20. Mai 2018

Pfingsten - Predigt zum Tagesevangelium (Joh 15,26-27; 16,12-15 )


Quelle: www.evangelisationswerk-regensburg.de
Mit dem heutigen Tag, dem Pfingstfest, beenden wir im liturgischen Kalender die Osterzeit. Die fünfzig Tage der Freude nach dem Fest der Auferstehung Jesu Christi sind morgen vorüber und wir kehren sozusagen in den Alltag unseres Christseins zurück. Auf diesem Wege sind wir aber nicht allein, uns ist ein Beistand versprochen, „der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht“. (vgl. Joh 15, 26) Es ist der Heilige Geist, der uns bestärkt, bewegt und beseelt. Der Geist, der uns zum Leben nach dem Evangelium fähig macht, der uns in die volle Wahrheit unseres eigenen Lebens führen will und uns ermöglicht, ein mutiges Zeugnis unseres Glaubens abzulegen.
Von diesem Geist der Wahrheit wird uns im Evangelium berichtet, dass er Christus verherrlichen und für ihn als Zeuge auftreten wird.
Welche Wahrheit will uns der Geist Gottes mitteilen? Wenn wir in menschlichen Dimensionen denken, hat das Wort Wahrheit an vielen Stellen an Leuchtkraft verloren. Wir erleben ein Streben nach Reichtum, Karriere, Ansehen, Glück und ewiger Jugend, bei dem die Wahrheit oft hinderlich ist und Lüge und Betrug den Weg zum Ziel breiter machen. Dabei spielen oft Verletzungen, Kränkungen und Korruption eine größere Rolle. Doch was will der Geist der Wahrheit, von dem Christus spricht, bewirken? Er zeigt uns den Sinn unseres Lebens auf, lässt uns unsere Geschöpflichkeit erkennen und damit die Ausrichtung auf Gott, den Schöpfer. In diesem Licht werden uns Fähigkeiten bewusst, die wir in unserem Leben entwickeln und einsetzen sollen, um von Gott und seiner liebenden Nähe Zeugnis zu geben. Wo auch immer wir stehen und welcher Art unsere Talente auch sind, sind sie Berufungen auf unserem Weg zu Gott und den Menschen. Sicher findet jeder von uns in seinem Leben Situationen, in denen er die Gegenwart Gottes und sein Wirken in besonderer Weise gespürt und angenommen hat. Diese Erfahrungen anderen glaubwürdig und mutig mitteilen zu können, ist ein Geschenk des Heiligen Geistes. Das Wirken dieses Geistes verwandelt nämlich zwanghafte, eingeengte, mutlose und verzweifelte Menschen in Angstlose, Freie, Mutige und Hoffende. Wer wirklich und bewusst aus dem Heiligen Geist lebt, verkündet mit Freimut auch unbequeme Wahrheiten und legt dadurch das Zeugnis seines Glaubens ab. Wer mit diesem Geist wirklich in Berührung kommt, ist sich innerlich gewiss, dass er, wenn er zu beten versucht, nicht allein ist. Er spürt: der Geist tritt für mich ein (vgl. Röm 8, 26). In ihm darf ich zu Gott „Abba-Vater“ sagen (vgl. Röm 8, 15).  Der große deutsche Theologe Karl Rahner drückte es so aus: „Der Geist ist unser Helfer im Gebet. Werden wir müde im Gebet, Er ermüdet nicht. […] Der Geist Gottes betet in uns, wenn wir in sein Gebet einstimmen. [...] Das ist die nie versagende Kraft des Gebetes.“ So kann die Kraft unseres Gebetes, uns befähigen, den Auftrag Jesu aus dem heutigen Evangelium zu erfüllen: „Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen […]“ (Joh 15, 27). Dieses Zeugnis trägt der Geist der Wahrheit unermüdlich in die Welt.

Veni, Sancte Spiritus!


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